Geistliches Wort 

Liebe Leserin, lieber Leser!

Angesichts der vielen Kirchen-austritte ist es unsere oberste Pflicht, uns wachruetteln zu lassen und nachzuforschen, worin die Ursachen hierfuer liegen koennten. Dazu kann einem vieles einfallen: die Kirche ist nicht mehr so attraktiv, finanzielle Gruende und vor allen Dingen die erschreckenden Nachrichten zum sexuellen Missbrauch. Wobei die grosse Anzahl dieser Missbraeuche in der katholischen Kirche geschehen ist. Es treten trotzdem viele evangelische Christern aus der Kirche aus. Sie unterscheiden nicht, sondern werfen alles in einen Topf. Genauso, wie es manchmal Menschen gibt, die ganz allgemein gegen "die Politiker" schimpfen und nicht jeden einzelnen Menschen in den Blick nehmen.
All das ist sehr ernst zu nehmen und es steht unserer Kirche noch ein schwieriger Weg bevor. Aber mir kam noch ein weiterer Gedanke. Die Menschen treten aus der Kirche aus, weil sie nicht mehr glauben. Wobei einige sagen wuerden, sie glauben noch, aber die Kirche kann es ihnen nicht mehr vermitteln.

Aber ich denke in vielen Faellen ist es so, wie ich es sage, und ich moechte dies ohne moralische Besserwisserei sagen: Die Menschen glauben nicht mehr. Der gegenseitige Respekt gebietet, dass wir dies akzeptieren. Dennoch ist hier mein Schmerz unendlich gross. Weil fuer mich der Vers aus Jesus Sirach eine so tiefe Bedeutung hat: "Gott lieben, das ist die allerschoenste Weisheit." Nicht nur zu sagen, "ich glaube schon irgendwie noch an Gott", sondern eine so grosse Sehnsucht und Naehe zu Gott zu spueren, dass man sagen kann, "ich liebe Gott von ganzem Herzen." Natuerlich ist dies am deutlichsten im Gebet zu spueren. Wenn ich in der Stille Gott spuere und vom ihm ergriffen bin. Wenn mein ganzes Leben in ihm aufgeht. Und ich brauche die Gemeinschaft, in der ich mit Menschen ueber meinen Glauben reden kann, auch mit Zweiflern, Menschen, die den Glauben verloren haben und neu gefunden haben. Diese Liebe und diesen Halt moechte ich nie verlieren.

Ihr/Euer

Uwe Boening
 


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